Tuesday, November 21, 2017

Als ich zu schreiben begonnen habe, verstand ich mich - mit ein bisschen Größenwahn und großer Klappe - als Antwort auf die Lit-Popper Benjamin Stuckrad-Barre und Christian Kracht. Hatte keine Lust auf Cabrio-Fahrer auf Sylt und Lieder von Oasis, wollte lieber Krach von Bad Brains und Geschichten über Hartz-IV-Empfänger Doogie von der Südtribüne. Ja, genau so ein Typ mit Eintracht-Frankfurt-Aufnähern auf der Jeansjacke, über den sich Kracht in Faserland lustig machte, weil ich genau so eine Jacke damals hatte.

Habe jetzt aber kürzlich Benjamin Stuckrad-Barres Panikherz als Hörbuch auf einer langen Zugfahrt reingezogen und fand es sehr unterhaltsam. Und wie ich so an meine Anfänge erinnert wurde, ist mir klar geworden, dass ich immer viel riskieren wollte - mit jedem neuen Roman. Aber dieses Risiko birgt auch die Gefahr in sich, dass man Fehler macht, dass man auf die Schnauze fällt. Und ich habe Fehler gemacht, manche wurden mir früher bewusst, andere später.

Würde ich die Zeit zurückdrehen wollen deswegen? Nein. Würde ich Dinge anders machen, wenn ich könnte? Klar. Werde ich aus Fehler lernen? Ich hoffe. Und weil das Lernen oft auch Spaß macht, wiegt es manchmal den Ärger über sich selber auf, den man verspürt, wenn man draufkommt, dass man etwas falsch gemacht hat.