Friday, October 2, 2015

Töten und Sterben in Syrien

Vor ein paar Jahren habe ich in meinem Blog wütend geschrieben, dass die meisten Staaten im Westen Assads Morden in Syrien ignorieren würden, aber eines Tages würde es gewiss einen Spielfilm oder Roman über das Morden und Sterben geben, wir würden im Kino stehen und uns ein paar Tränen wegwischen, im Foyer erschüttert diskutieren, stehend applaudierend einen Oscar oder Pulitzerpreis vergeben.

Vor ein paar Tagen bin ich Flüchtlingen am Lindauer Bahnhof begegnet. Darunter war ein Mann, der wohl um die zwanzig war, aber wie ein alter Mann aussah. Völlig am Ende, gebrochen, abgemagert, kaum mehr fähig, sich auf den Beinen zu halten.
Es wird nie einen Spielfilm, einen Roman, ein Theaterstück oder Gemälde geben, dass das Leid so beschreiben kann wie der Anblick dieses Menschen. Vielleicht darf es auch nichts von alledem geben, weil das eine Verhöhnung der Opfer wäre, die vergeblich um Hilfe gefleht haben.

Ich war damals der Meinung, in Syrien würde auch das Schicksal Europas entschieden, ich glaube, so falsch lag ich damit nicht.
Wir werden für unsere Sünden bezahlen und es wird unsere Länder für immer verändern, egal, wie heftig wir uns dagegen wehren.