Friday, June 19, 2015

We shall overcome - Richard Wrights "Native Son"

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We shall overcome - So gut wie kein Roman in meiner Jugend hat mich so gefesselt wie Richard Wrights "Native Son" von 1940, der das Leben eines armen Afroamerikaners in einem Slum in Chicago beschreibt, eine Welt voller Hass, Gewalt und Rassismus. Vieles, was ich danach in der Schule lesen musste, fand ich langweilig, nichtssagend und kraftlos. Deshalb hab ich auch so manche Pflichtlektüre nie gelesen, dafür Native Son mehrmals. Wie ich das Buch all die Jahre später bewerten würde, weiß ich nicht, meistens ist es besser, Lieblingsbücher aus der Jugend nicht wiederzulesen, weil sie einen viele Jahre später enttäuschen. Damals aber war "Native Son" die berühmte Axt für das gefrorene Meer in mir. Ein Buch, das ich einfach auch nur so mit mir in der Schultasche trug, um es bei mir zu haben, ohne dass ich es gelesen hätte.

1940 ist lange her und doch auch wieder nicht. (Und - man stelle sich vor - in Deutschland ist es 2015 kein Kündigungsgrund für Polizisten, Mitglied des Ku-Klux-Klans zu sein.)

Video: Miami Herald, Charleston, S.C. church honors the slain with "We Shall Overcome"