Friday, December 28, 2012

Vor genau 10 Jahren machte ich die allerletzten Änderungen am Skript von “No llores, mi querida – Weine nicht, mein Schatz”. Im März 2005 kam das Buch schließlich raus, im September 2007 wurde “Weine nicht” am Deutschen Theater in Berlin unter dem Regisseur Robert Borgmann und mit Marek Harloff und Alwara Höfels in den Hauptrollen uraufgeführt. “No llores” löste von Anfang an heftige Kontroversen aus, unvergessen der Anruf einer Journalistin, die meinte, das Buch sei rassistisch und würde sich antisemitischer Klischees (???) bedienen. Der ORF sagte beim zweiten Roman die Erstpräsentation kurzfristig ab. Vieles hat sich geändert in diesen 10 Jahren, einige Szenen in dem Buch würden heute kaum mehr für Aufregung sorgen, ich weiß, der Roman ist nicht perfekt, und ja, ich würde, hätte ich noch einmal die Chance, einiges anders machen, und trotzdem behaupte ich: “No llores” war seiner Zeit voraus. Und ich bin immer noch stolz auf dieses Buch und ich verstecke auch das dazugehörige Tattoo nicht, denn ich bin unbeirrbar meinen Weg gegangen, ich habe es mir nicht ausreden lassen, so zu schreiben, wie ich schreibe und was ich schreibe. Ich habe viel riskiert und viel einstecken müssen, um am Ende doch am besten Theater im deutschsprachigen Raum zu landen. Rico Steinmanns Geschichte liebt man oder hasst man, aber kalt scheint sie keinen zu lassen. Und das ist gut so. Literatur soll nicht immer nur unterhalten, sondern auch aufwühlen, aufregen, unangepasst sein. Sie darf auch mal roh sein, verstörend und laut.