Monday, October 22, 2012

Lesung in Hohenems - Freitag, 19. Oktober 2012

Der GAU für einen Schriftsteller - krank zu werden einen Tag vor einer Lesung. Leichter Schnupfen, Halsweh, kleines Fieber, große Panik ... Viel Schlaf, viel Tee und Opfergaben haben geholfen, dass am nächsten Tag die Stimme hielt, dass der Schnupfen sich zurückhielt und das Fieber verschwand. Auf dem Weg zur Lesung Don Winslow gelesen, sein "Zeit des Zorns" finde ich bisher bei weitem nicht so überzeugend wie sein gigantisches "The Power of the Dog". Im Zug eine Gruppe weiblicher Teenager, die über Jesus diskutieren (Sah er heiß aus? War er schwarz? Aber er war doch Jude! Gibt es schwarze Juden? Kommen wir in die Hölle, wenn wir so reden?) auf der Suche nach der versteckten Stadtbibliothek in Hohenems ein Pärchen, das kein Deutsch spricht, aber mir mit Händen und Füßen den Weg erklärt. Das Bücherei-Team empfängt mich herzlich, erklärt, dass die Lesung nicht wie geplant im Hauptraum, sondern im zweiten Stock stattzufinden habe, da eine Hochzeitsgesellschaft nebenan feiere. Es war dann, wie es so oft im Leben der Fall ist: Umso schlechter die Vorzeichen, umso niedriger die Erwartungen, desto besser läuft es, die Lesung war sehr gut besucht, die Leute aufmerksam, und selbst die Hochzeitskapelle mit ihren Gassenhauern, die man zeitweise hören konnte, kein Ärgernis. Und wenn Leute innerhalb kürzester Zeit zweimal auf eine Lesung zum selben Buch kommen, freut das einen doppelt und dreifach. DANKE EUCH! Und DANKE dem Stadtbücherei-Team und vor allem Cordula Mathis!

http://www.vol.at/gemeinde/andre-pilz-las-aus-seinem-%E2%80%9Edie-lieder-das-toeten%E2%80%9C/3388868