Thursday, May 31, 2012

@Florian Pfeiffer, http://www.invadedspaces.at/

Meine Bücher sind ein bisschen wie meine Kinder. Ich liebe sie und hüte sie (naja, sagen wir so: Ich lese aus ihnen bei Veranstaltungen), aber manchmal ärgern sie mich, manchmal nerven sie mich (das würde ich heute anders schreiben, den Satz hätte ich streichen können), im Großen und Ganzen bin ich aber stolz auf sie. Oft fragt man mich, was meine persönliche Nummer 1 sei. Ich denke, es ist immer der aktuelle Roman, weil man noch die Leidenschaft spürt, die einen angetrieben hat, die Geschichte zu schreiben, und erst wenn man mehr Distanz hat, schätzt man die Bücher nüchterner ein. Ich liebe die rohe Wucht von No llores, auch wenn das Buch allerlei Verrücktheiten und Übertreibungen in sich hat, ich mag immer noch Mayra aus Bataillon und lese gerne aus Man Down. Das klingt furchtbar selbstverliebt, aber ich denke, dass ein gewisses Maß davon sogar nötig ist. Man muss seine Geschichten mit Hingabe schreiben, mit Feuer, ohne Rücksicht auf Verluste, man muss 100prozentig dahinterstehen - dann kann man später auch ohne Reue zurückblicken. Das bedeutet nicht, dass man blind für eigene Fehler und Unzulänglichkeiten sein soll. Charaktere, Plot, Dialoge, Beschreibungen - kein Roman ist jemals perfekt. Ich habe immer den Ansporn, besser zu werden, mit jedem Text, jedem Roman, das bin ich mir schuldig, das bin ich den Leserinnen und Lesern schuldig.