Monday, November 29, 2010

Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut!

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Jeden Morgen werde ich durch einen dämlichen Werbespot im Radio geweckt. Was man mir schon als Kind eingebläut hat, wird auch noch heute frisch, fromm, fröhlich, frei verkündet: "Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut!"

Na, klar! Solange man ausblendet, dass Wirtschaftswachstum - nicht immer, aber oft - auf Kosten von Umwelt und Menschen geht. Wenn BP Rekordumsätze macht, dann kann es eben sein, dass es nicht allen gutgeht, weil ein Ölunfall Meer und Strand verpestet und vielen Menschen die Lebensgrundlage entzieht. Ein Unternehmen, das Uran abbauen lässt, kann schöne Bilanzen vorweisen, weil in den Bilanzen nicht vorkommt, dass die Eingeborenen in einer solchen Gegend verseucht werden. Ein Kaffeeunternehmen, das floriert, ist uns lieber als eines, das Konkurs anmelden muss, keine Frage. Aber wenn dann ein ARD-Team recherchiert und Bilder zeigt, in denen man kleinen Kinder sieht, die mit schweren Säcken, die sie fast zu Boden drücken, schuften und nie eine Schule besuchen werden, macht auch das deutlich: Wenn die sozialen und ökologischen Komponenten zu kurz kommen, dann geht es eben nicht allen gut. Dann kann es zwar um die Unternehmen noch so toll stehen - den Schaden werden wir alle früher oder später zu tragen haben. Und das ist meist ein teurer Spaß.

Solange man aber die tatsächlichen Kosten ausblendet, kann man diese dämlichen Slogans immer und immer wieder unter die Leute bringen, seit Jahrzenten schon, und die Leute fressen's und wollen mehr an Wachstum, mehr, mehr, mehr.

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