Monday, March 22, 2010

Ein Herz für Kinder

Foto: Camila Torres C., http://www.blogger.com/profile/02157295322997851073

Ich liebe es, wenn sich Politiker mit Kindern auf Wahlplaketen zeigen oder wenn sie mit der BILD-Zeitung toben und zürnen gegen ein Café, das es wagt, einen Ruheraum einzuführen, in dem Kinder keinen Zutritt haben (drauf geschissen, dass das Café sonst absolut kinderfreundlich ist und der Wunsch nach einem ruhigen Raum von den Eltern geäußert wurde) ... Auf Seite der Kinder zu stehen, scheint nie falsch zu sein, wenn man in der Öffentlichkeit und bei Wahlen gut dastehen willen. Manchmal aber, da kommt es zu Konflikten, die nicht so leicht zu lösen sind: Da ist diese Kreuzung nicht weit von hier, eine Kreuzung, die bisher von einer Ampel geregelt wurde, aber die Ampel muss jetzt abgeschaltet werden, da es offenbar ein Gesetz gibt, das besagt, dass in einer 30-er Zone keine Ampel stehen darf. Blöd nur, dass die meisten Autofahrer keine 30 fahren, manche brettern in einer Geschwindigkeit durch die Straße, dass man, selbst wenn man als Jogger über die Straße läuft, manchmal nur mit Glück die andere Seite erreicht. Die Kreuzung ist meistens von allen Seiten vollgeparkt, ein Kind hat kaum eine Chance, den Verkehr früh genug zu erkennen. Nun - man sollte meinen, dass jetzt die Politiker aufschreien, dass sie alles tun, um diese z.T. extrem gefährlichen Situationen für Kinder zu entschärfen. Pustblume. Gesetz ist Gesetz. Basta. Also Radarboxen? Strenge Verkehrsüberwachung? Auf keinen Fall! Ein Politiker, der so etwas unterstützt, der hat ja schon mal gewaltig ausgeschissen. Lächelnde Kinder auf Wahlplakaten, oh ja, immer her damit! Aber sich für die strenge Überwachung eines Tempolimits einsetzen? Das kostet Wählerstimmen bei den Autofahrern, da nimmt man doch lieber einen tragischen, nicht zu verhindernden Unfall an einer vielbefahrenen Kreuzung in Kauf. Kann ja mal ein paar Blumen an die trauernden Eltern schicken, wenn es soweit sein sollte.

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