Tuesday, December 15, 2009

Eure Mails

Wenn man in seinem Blog nicht nur über Bienenzucht und Zweiohrküken schreibt, bekommt man zwangsläufig auch böse Mails. Ich habe meine E-Mailadresse nicht deshalb rausgenommen, damit ich keine Mails mehr bekommen kann, sondern weil ich in letzter Zeit ganz einfach kaum mehr Zeit finde, sie zu beantworten, und ich denke, das ist man den Lesern schuldig. Hier ein paar Dinge, die mir wichtig sind:


Erstens bin ich nicht wie Alice Schwarzer für ein generelles Verbot von Pornografie, was für ein Schmarren! Ich finde sogar die neuen Gesetze, die die furchtbare Kinderpornografie mit Jugendpornografie beinahe gleichstellt (jedenfalls tun das die Medien in der Berichterstattung mittlerweile) für eine Katastrophe. Dass sich jemand strafbar macht, wenn er sich im Internet einen Porno reinzieht, in dem eine Darstellerin aussieht, als wäre sie jünger als 18 (selbst wenn nachgewiesen ist, dass sie beim Dreh über 18 war), ist für mich absurd und eines demokratischen Rechtsstaates absolut unwürdig. Hier wird dem Missbrauch durch den Staat Tür und Tor geöffnet. Selbst auf Sex-Portalen, die wie youporn durch die BILD-Zeitung berühmt wurden, finden sich irgendwo Menschen, die jünger als 18 aussehen könnten. Jeder Konsument könnte dadurch ins Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft geraten. Der Fall eines jungen Mannes, der wegen fünf Bilder von Jugendlichen in Österreich zu sieben Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt wurde, zeigt doch, wie willkürlich das neue Gesetz ausgelegt werden kann. (http://www.rklambda.at/dokumente/news_2008/News-de_PA-081220-Jugendpornografie.pdf)


Ich denke, der Staat sollte sich verdammt noch mal darum kümmern, gegen den wahren Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vorzugehen und auch gegen die Schande der Zwangsprostitution in unseren Ländern. Was bringt es denn, wenn gegen 17-jährige Jugendliche ermittelt werden, die aus Spaß ihre Nacktfotos ins Netz hochladen, was ist das für eine Verschwendung von Zeit und Geld?!


Zweitens: Ich habe einen Artikel über die Narrenfreiheit von Neonazis auf Youtube geschrieben. Ich habe dort nicht gefordert, dass überall und ständig im Netz zensuriert werden sollte. Ich habe aber gefordert, dass auch im Internet Gesetze gelten, die im realen Leben ebenfalls gelten: Es kann nicht sein, dass auf einem Portal wie Youtube Neonazis Videos hochladen, auf denen die Wohnungen von politischen Gegnern gefilmt wurden, dass sie ihre Namen und Telefonnummern veröffentlichen und dann dazu aufrufen, diese Schweine abzuschlachten. Wer da von Meinungsfreiheit spricht, ist – sorry - ein Idiot. Dass die deutsche Google-Abteilung auf meinen Artikel reagiert hat, hat mich sehr gefreut, aber darüber gibt es im nächsten Jahr mehr zu berichten.


Drittens: Blogeinträge entstehen oft in Schreibpausen. Sie sind nicht lektoriert, die Rechtschreib- und Grammatikfehler, die mir immer wieder unterlaufen, seien mir verziehen. Manchmal finde ich erst zwei Tage später die Zeit, einen Eintrag nochmals zu überprüfen.


Ich freu mich, dass manche Einträge solche Emotionen auslösen können, und hoffe, auch diejenigen bleiben mir treu, die sich über den einen oder anderen Eintrag ärgern.

No comments:

Post a Comment