Tuesday, December 1, 2009

Ciudad Juárez - Die Hölle auf Erden

Foto: Camila Torres

"Bataillon d'Amour - Eine Geschichte von Liebe und Gewalt" habe ich an dem Tag angefangen zu schreiben, an dem ich von der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez erfahren habe, in der in wenigen Jahren 100e von jungen Frauen und Mädchen, fast ausschließlich Fabriksarbeiterinnen, aufs Grausamste sexuell missbraucht und ermordet worden waren, ohne dass wirklich jemals ernsthaft Täter ermittelt und verurteilt worden wären. Es ist wohl für keinen Menschen gesund, sich zu intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen, denn die Monstrosität der Verbrechen übersteigt jede Vorstellungskraft, der Abgrund, der sich auftut, ist kaum zu ertragen - trotzdem habe ich nie verstanden, warum sich kaum wer außer amnesty international, ein paar Journalisten und Frauenrechtsorganisationen darum gekümmert hat. (Es gab einen Song von Tori Amos, es gab einen Film mit Jennifer Lopez, aber sonst gab es so gut wie nichts.) Roberto Bolano nun hat die Frauenmorde in seinem großartigen Roman "2666" zum Thema und etwas bekannter gemacht. Auch er sah in Ciudad Juárez die Hölle auf Erden, die Endstation. Heute Nacht nun die Meldung im Internet - weitere drei Leichen gefunden, das eine Opfer wurde erschossen, das andere mit einem Baseballschläger totgeschlagen, das dritte totgeprügelt. Vermutet wird längst, dass einige der Täter aus einflussreichen und reichen Familien stammen könnten, die von den Autoritäten nichts zu fürchten haben. Es ist zu befürchten, dass das Grauen niemals aufhören wird.

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