Friday, September 4, 2009

new stuff

In den letzten zwei Monaten habe ich die Rohfassung für einen neuen Roman geschrieben. Natürlich ist da noch viel zu tun, aber ich bin glücklich, diese Geschichte an einem Stück, fast wie in Trance geschrieben zu haben. In den letzten zwei Monaten gab es nur Wiesen, Flüsse, Wälder, nur Sommer, so gut wie kein Internet, es war beinahe ein Zurück-in-die Kindheit, ein Zurück in eine unschuldige, sorglose Zeit. 180 Seiten liegen nun vor mir, sie sind der Grundstein für den neuen Roman. Wohlfühlliteratur (diese Aussage in einem Interview verfolgt mich wohl bis ans Lebensende) kann ich auch dieses Mal keine bieten. Im Gegenteil. Diese Zeiten brauchen radikale Gedanken, leidenschaftliche Gefühle, wir dürfen nicht einschlafen, wir dürfen niemals einschlafen, sonst schnappen sie unsere Seelen, die grauen Mächte schnappen sich unsere Seelen und machen uns zu einem von ihnen.

Wie hat Iggy Pop gesungen? Man stirbt nicht am Tod, man stirbt an Langeweile und Gleichgültigkeit.

Mehrere Kulturschaffende haben mir in den letzten Wochen und Monaten erklärt, dass in wirtschaftlichen Krisenzeiten ernste Geschichten kaum gefragt seien.

Dieser Roman soll ein Hammer sein, der alles kurz und klein schlägt. Dieser Roman soll weh tun wie seine Vorgänger. Wurscht, was grad in oder out ist.

Ich glaube aber nicht, dass man immer nur Literatur wie „Weine nicht“ oder „Bataillon“ lesen kann, ich glaube, man sollte auch angenehmere Sachen lesen, und ich mache das genauso. Ich wollte niemals Schriftsteller attackieren, nur weil sie nicht ständig von Tod und Teufel schreiben. Ich lese gerne auch hin und wieder Wohlfühlliteratur, ich liebe Woody Allen-Filme, ich habe früher gerne alte Schlagerfilme mit Peter Kraus oder Peter Alexander geschaut, Komödien mit Hans Moser … es müssen nicht immer nur Filme oder Bücher sein über Flüchtlinge, die ihre eigenen Tränen trinken.

Ich glaube zwar, dass in Schmerz, Schock und Tabubruch meist mehr Wahrheit steckt als in braven, glatt gebügelten Werken, aber ich wäre nie so arrogant, mich und meine Texte deshalb wichtiger zu nehmen, als die Texte eines Autors, der ohne Sex und Gewalt unterhält.



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