Saturday, July 4, 2009

The Boss Live

Wahrscheinlich würde ich heute nicht so schreiben, wie ich schreibe, hätten mich als Jugendlicher nicht so sehr Bruce Springteens Songtexte und Lieder gefesselt. Vielleicht ist er überhaupt sogar mein Haupteinfluss, seine Geschichten von Outsidern, Losern, Kriminellen, Verzweifelten, Verliebten, die Hoffnung auf das Promised Land, der Wunsch den Badlands zu entkommen, aber auch die Lebensfreude in den fröhlichen Stücken - ich habe seine Lieder geliebt und als 14-Jähriger konnte ich sie alle auswendig. Ich war Springsteen auch zu jener Zeit treu, als man ihn fälschlicherweise für Ronald Reagans Sprachrohr hielt und er von den Linken verteufelt wurde, und mit einem Lächeln musste ich in den letzten Jahren zur Kenntnis nehmen, wie die Gegenseite nun ihre Hassparolen über ihn ausschüttet, weil Springsteen sich zum ersten Mal in seiner Karriere in den USA parteipolitisch engagierte und sich gegen George Bush stellte. Dabei war Springsteen immer Springsteen, er hat sich nie nach dem Wind gedreht, ist immer für das gestanden, an das er geglaubt hat. (Die New Yorker Polizei hat ihm z.B. niemals seinen Song "American Skin" verziehen, in dem es um die 41 Kugeln geht, abgefeuert aus Polizeiwaffen, die einen Unschuldigen durchsiebt haben.)

Nach all den Jahren konnte ich Springsteen und die E-Street-Band nun zum ersten Mal live erleben, und es war, als würde ein Kindheitstraum in Erfüllung gehen. Als würde nach über 20 Jahren ein Kapitel geschlossen. Und irgendwie war dann nach dem Konzert neben der Freude ganz viel Wehmut dabei.

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