Sunday, December 9, 2007

Kein Zeitungsknabe wird uns jemals befehlen, was grad alt oder brandneu ist ... (T.H.)

"Weine nicht" schwebt immer noch wie eine große Wolke über mir und meinem neuen Skript. Der neue Roman ist fertig und doch nicht fertig, er freut mich und ärgert mich, er lässt mich beruhigt einschlafen und weckt mich dann doch mitten in der Nacht. Die Figuren der Geschichte stehen um das Bett und grinsen mich an. Ich grinse zurück. (Dummköpfe. Ich kann sie alle sterben lassen, wenn ich nur will.)

Um mich abzulenken, sehe ich mir "Departed" an, und am Ende wird ein Lied gespielt, das untrennbar mit meiner Kindheit verbunden ist: "Sweet Dreams", gespielt von Roy Buchanan, einer der besten Gitarristen aller Zeiten. Ob er im Himmel lächelt, wenn er mitbekommt, dass ihm die letzten Sekunden in einem Martin Scorsese-Mafia-Streifen gehören? Warum müssen so viele Autoren und Musiker erst sterben, ehe sie vom Mainstream anerkannt werden? Warum müssen sie hungern und sich verlachen lassen, ehe die Jahre entscheiden, dass sie es wert sind, nicht vergessen zu werden?

Weil nicht wenige Journalisten feige Lahmärsche sind, die jedem Trend hinterherhecheln und am liebsten die Hintern derer beschnuppern, die gerade in sind.

Danke, Mr. Scorsese, für diesen Moment in diesem Film.

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