Saturday, September 8, 2007

DANKE FÜR NICHTS

Das Deutsche Theater in Berlin bringt nächste Woche meinen ersten Roman auf die Bühne. Es ist ein unglaublich tolles Gefühl, zu wissen, dass ein grandioser Schauspieler wie Marek Harloff "Rico Steinmann" spielen wird. Ich bedanke mich bei all den Leuten, die trotz des Gegenwindes an meine Texte geglaubt haben. All die vielen Leserinnen und Leser, die mir E-Mails geschrieben haben oder "No llores" als Lieblingsbuch auf ihrer Website, auf MySpace, auf Amazon usw angeführt haben. Ohne sie stünde das dritte Skript nicht knapp vor dem Abschluss. Ohne sie hätte ich längst hingeschmissen. Ihnen gehört mein Herz und ihnen widme ich mein drittes Buch. Und ich grüße all jene Journalisten und Kulturverantwortlichen, die glaubten, sie könnten ein Buch aufgrund des Covers beurteilen, die sich nicht mal die Mühe machten, auch nur eine Seite zu lesen, weil mein Name unbekannt war und weil sie sich sicher waren, über Skinheads alles zu wissen. Sie haben dafür gesorgt, dass Lesungen abgesagt wurden, auf die ich angewiesen war. Sie labern ständig von Toleranz und der Freiheit der Kunst, sie geben sich ach-so-wild, aber wenn der Protagonist in einem Roman ein Skinhead ist, dann hauen sie den Nazi-Stempel drauf, dann müssen sie das Buch nicht lesen, denn sie wissen bereits alles - so ein Buch kann nur abgrundtief böse sein. Gestern saßen sie rauchend in ihren In-Lokalen und feierten sich selbst. Heute klopfen sie zähneknirschend an meine Tür, einer von ihnen ist vor Neid zerplatzt, er hat es nicht mehr bis zu mir geschafft. Sie klopfen an die Tür und ach!, ich lasse sie gerne herein, PEACE!, ich geb die Interviews, ich beantworte ihre Fragen, und ich lächle sogar, FRISS ODER STIRB!, das ist das Leben eines jeden Schriftstellers, der nicht zu denen gehört, denen diese Damen und Herren täglich den Arsch küssen. Meinen Respekt und meine Achtung haben sie jedenfalls für immer verloren.

No comments:

Post a Comment