Sunday, August 12, 2007

Das ist aber teuer, Herr Lutz!

In meinem Lieblingssupermarkt (weil man dort noch ohne Angst reingehen kann - in den Supermärkten, in denen die - meist weiblichen - Angestellten werktags und mittlerweile sogar am Samstag bis 19:30 Uhr arbeiten müssen, herrscht eine Stimmung, dass man jederzeit fürchten muss, gelyncht zu werden) ist es eine Freude, den Leuten beim Einkaufen zuzuhören. "Das ist aber teuer, Herr Lutz!" "Das sind deutsche Bio-Tomaten, nur 50 Cent teurer als die normalen aus Spanien. Das ist nicht teuer, Frau Wagner." "Herr Lutz, ich habe keinen Geldscheißer." "Dann nehmen Sie die aus Spanien." "Wie soll man sich das noch leisten können! Alles wird teurer!" "Die Bauern müssen schließlich auch von was leben. Bioanbau ist sehr aufwendig." "Ach, Herr Lutz. Nächstes Mal kauf ich bei NORMA ein." (Hr. Lutz murmelt noch etwas, das nur ich verstehen kann: "Dann kauf doch bei NORMA ein, blöde Kuh.")

Die Frau geht weiter zum Tierfutter. Dort sucht sie sich Katzenfutter der Marke "Felix Schlemmer-Paté mit Hähnchen", das teurer ist als das Fleisch, das sie für sich kauft, weil die Viecher in Kastenständen eingesperrt werden und mit Antibiotika vollgepumpt sind. Draußen steigt sie in einen Audi, dessen Autoradio wahrscheinlich ein paar 100 Euros gekostet hat, was sie, ohne mit der Wimper zu zucken, bezahlt hat.

"Die Leute fressen billigen Dreck und wundern sich, dass sie dick und krank werden", sagt Sternekoch Alfons Schuhbeck.

Wie wahr. Wie wahr.

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