Wednesday, June 6, 2007

Meeting Grant Hart, hüsker dü?

Vorgestern lief im ZDF ein Film, in dem der Bösewicht 90 Minuten lang ein T-Shirt mit der Aufschrift "Hüsker Dü" trug. "Hüsker Dü" waren eine geniale Indie-Harcore-Punk-Popband und einige ihrer Songs klangen nach Nirvana, als Kurt Cobain Grunge noch für was Essbares hielt. Leider haben sich die beiden Mitglieder Grant Hart und Bob Mould irgendwann mal zerstritten, so dass es ein Grant Hart-Solo-Konzert war, auf das ich vor ein paar Jahren ging. Das Konzert fand in einem kleinen Club in Innsbruck statt, wir waren viel zu früh dort, tranken ein paar Bier und diskutierten über die Band. Ich war auf dem Klo, da wankte ein pummeliger Clown herein, bunte Klamotten, blonde Strähnen, schwarze, große Schuhe. "Hallo" sagte er. "Wie geht's?" Er nickte und lächelte so freundlich, dass ich nur ein misstrauisches "Hi" brummte. Ich erwartete mir, dass er fragt: "Kann ich mal sehen?" oder "Was hast du da in der Hand?" oder "Hast du ein paar Schilling für mich?" Er sagte aber gar nichts, und als Grant Hart auf die Bühne trat, fragte ich mich, warum er auf dem Klo so akzentfreies Deutsch gesprochen hatte. Das Konzert war wunderschön, er spielte die Songs nur mit seiner Gitarre, Hüsker Dü-Klassiker wie auch seine Solosachen. Peinlich war das Publikum. Da Grant Hart erkältet war, bat er die Zuschauer, aufhören zu rauchen. "I am sorry, I can hardly breath." Daraufhin wurde er von allen Seiten beschimpft. "WE ARE NOT IN FUCKING AMERICA! WE'VE GOT THE RIGHT TO SMOKE! FUCK OFF!" Studenten und Punks pudelten sich auf, ließen Grant Hart wissen, wie großartig Europa ist, THE TRUE LAND OF THE FREE!, und wie beschissen die USA sind. Das ist doch mal ein Recht, das wir Österreicher mit Händen und Füßen verteidigen, das Recht, unsere Lungen zu teeren. Von nun an war es für ihn ein Auswärtsspiel, nach jedem Song wurde er von neuem beschimpft. Mein Gott, was habe ich mich vor dem Menschen mit den Clownschuhen geschämt.

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