Monday, May 28, 2007

Irrenhaus

Manchmal glaube ich in einem Irrenhaus zu leben. Der Nachbar rechts fängt pünktlich um 23:00 an, den Raum neben meinem Schlafzimmer zu renovieren. (Ich weiß gar nicht, was schlimmer ist, sein Hämmern oder Sägen oder seine Begleitmusik, die Kastelruther Spatzen). Er hört erst wieder auf, wenn ich mit meinem Baseballschläger die Wand beinahe durchgeschlagen habe oder aus dem Fenster brülle, ich wisse, wo er heute sein Auto geparkt habe. Die Frau über mir liebt Stöckelschuhe und sie liebt es, betrunken um halb 2 in der Nacht nach Hause zu kommen und dann erst mal mit ihrem Handy eineinhalb Stunden laut krakeelend durch die Wohnung zu stöckeln. Sie ist einsam, mein Gott, ich habe ja soviel Verständnis, ich schließe sie ein in meine Gebete, möge sie bald einen hübschen, reichen Mann finden und ganz weit weg ziehen oder wenigstens mehr Zeit im Bett verbringen. Dann ist da noch die Studenten-WG, die den ganzen Häuserblock mit Techno versorgt, allerdings nie vor Mitternacht, denn solange verbringt das Trio brav auf der Uni. Unsere Nachbarin im Haus gegenüber mäht mit Leidenschaft den Rasen zweimal die Woche, und mäht sie ihn nicht, dann fegt sie mit einem Höllengerät die Blätter und den Staub von ihrem Vorplatz auf den Platz ihres Nachbars, der wiederum mit einer noch schlimmeren Höllenmaschine den Dreck wieder zurück fegt. Manchmal asphaltieren die Arbeiter die Straße oder wirft irgendwer eine Motorsäge an, um die letzten Bäume in der Straße zu kastrieren. Von den Auto- und Motorradrennen in manchen Nächten will ich erst gar nicht anfangen, ich baue diese Geräusche doch gerne in meine Action-Träume ein. (Aufheulende Motoren, klirrendes Glas, quietschende Bremsen, Explosionen, Polizeisirenen ...)

Ich wünsche mir, eines Tages zwei Riesenboxen aus meinem Fenster zu hängen, sie aufzudrehen bis zum Anschlag und mit einer Million Watt und Rammsteins „MEIN HERZ BRENNT“ jeden Lärm in dieser Straße zu töten.

(Hr. Schäuble, bitte übernehmen Sie. Bekämpfen Sie doch bitte auch den Lärmterror!! )

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