Tuesday, May 1, 2007

Illegale Straßenrennen statt legaler Straßenkicks

Eine gute Bekannte übernahm im WM-Sommer eine Art "Patenschaft" für ein Straßenfußballteam von 8-12-jährigen Kindern in Magdeburg, die nicht gerade aus privilegierten Familien stammten (den Namen "Underdogs" haben sie aber selbst gewählt). Nach dem Kampf um einen Platz zum Kicken ("Und wehe, die kommen da mit Fußballschuhen an oder pissen an die Pfosten oder machen zuviel Lärm, dann verklopp' ich jeden einzelnen von denen!") stand nach einigen Wochen ein Turnier vor der Tür. Da fast alle Teams mit Dressen ausgerüstet waren, wollten unbedingt auch diese Mannschaft mit einheitlichen Leibchen spielen. Eine Anfrage bei einem weltbekannten Sportartikelhersteller mit Sitz in Herzogenaurach, ob nicht ein paar Auslaufmodelle zur Verfügung gestellt werden könnten, wurde höflich, aber eben leider negativ beantwortet.

Gestern erfahre ich im "Heute Journal" um 21:45, dass der weltbekannte Sportartikelhersteller mit Sitz in Herzogenaurach den "Gumball 3000", ein illegales Straßenrennen von Superreichen/Prominenten (Teilnahmegebühr 2006: 40.000 Euro) sponsort. Ich will nicht wissen, wieviel da reingebuttert wurde, weil ich sonst vor Wut einige Fußballtrikots dieser Firma verbrennen würde. Wie kommentierte der Moderator des "Heute Journals" das Engagement der Firma so schön?

"Geld stinkt eben nicht."

Ich wünsche, dass einer der Magdeburger Kicker eines Tages Nationalspieler wird und die drei Streifen überklebt, weil er sich an diese Geschichte erinnert.

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