Friday, August 31, 2007

I don't wanna wait in vain ...

Die Geschichte ist beinahe 15 Jahre alt, aber das Foto hat mich wieder daran erinnert: Unsere kleine, feine Truppe aus der Reichenau besuchte ein Fest im Internationalen Studentenheim in Innsbruck. Wir waren natürlich die, die bereits betrunken waren, ehe überhaupt Getränke ausgeschenkt wurden. (Die heutige Jugend hat das Komasaufen genausowenig erfunden wie Elvis Presley den Rock 'n Roll.) Um halb 9 saß ich bereits am Rand der Tanzfläche auf dem Boden und wusste, dass es schwer werden würde, jemals wieder auf die Beine zu kommen. Also fragte ich das Mädchen neben mir, ob es mir nicht ein Bier bringen könnte. Konnte es. Ich glaube, es brachte mir an dem Abend noch viele Bier und es ging sogar für mich aufs Klo, aber das Bier war nicht wichtig. Das Mädchen war wichtig. Es trug Doc Martens, hatte lange braune Haare, hieß Christine, war aus Salzburg und in Tirol nur zu Besuch. Christine war so witzig, dass ich Bauchweh hatte vor Lachen. Wir quatschten und blödelten, ab und zu stand sie auf und tanzte, aber sie kam immer wieder zurück. Wir haben bis morgens um 4 oder 5 durchgequatscht. Zum Abschied verabredeten wir uns. "12 Uhr vor der Mensa." "Ich stell den Wecker!" Sie ist nicht aufgetaucht. Ich war da und mein Kater auch, aber sie war es nicht. Nur ein einsames Fahrrad stand da neben dem Eingang. Damals gab's noch keine Handys, und wir hatten unsere Nummern nicht ausgetauscht. Ich trottete nach Hause und traf auf dem Weg einen meiner Leute (versteckt hinter einer Sonnenbrille, ein Hocker aus dem Studentenheim in der rechten Hand), der mich auslachte und mich aufklärte, dass es zwei Mensas gäbe. "Neue und Alte Mensa." "Ups." Vielleicht hat sie vor der anderen Mensa gewartet. Vielleicht denkt sie genauso wie ich daran, was geschehen wäre, wenn wir uns getroffen hätten. Vielleicht auch nicht. Ich werd's nie erfahren. (Ich weiß nur, dass der Hocker noch heute in der Reichenau steht.)

Foto: Doris Doppler, http://dee.aminus3.com/

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