Sunday, September 2, 2007

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In dieser Wiese ging ich als Kind oft verloren. Ich verbrachte Tage und Nächte darin, meine Eltern setzten manchmal schon die Todesanzeige in die Zeitung oder nahmen ein Kind aus Afrika auf. Ich ernährte mich von Heuschrecken und Schnecken. Ich lernte mit den Grillen zu zirpen. Ich saugte den Zecken das Blut aus und lehrte den Würmern das Fliegen. Und heute zieht es mich immer wieder dorthin zurück. Weil man nicht weiß, was Frühling und was Sommer ist, wenn man niemals in so einer Wiese gelegen ist und sich an dem Duft der Blumen und Gräser und der Erde berauscht hat, nicht das Krabbeln und Fliegen und Kriechen erlebt hat und kein Mädchen darin geküsst hat. Und als ich das alles letztes Jahr in der Stadt nicht hatte, wusste ich, dass dieser Frühling ein verschenkter war. Und dass ich nie mehr einen verschenken durfte.

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