Friday, April 27, 2007

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Schreiben bedeutet manchmal: 6, 7 Stunden in einem - abgesehen von Stuhl und Schreibtisch - unmöblierten Zimmer hocken, die weiße Wand anstarren und den Laptop bearbeiten, bis die Lüftung des Geräts durchdreht. Man erfindet Figuren und Ereignisse, man erfindet eine Welt in seinem Kopf, eine neue Welt, glaubt, sie sei aufregend und grandios, und dann tritt man vor die Tür, an einem Frühlingstag wie heute, das Grün der Bäume ist so frisch und lebendig, die Frauen sind es noch viel mehr, zwei gigantische Wolken, die aussehen wie Schlachtschiffe, kreuzen den blauen Himmel, es stinkt einmal nicht nach Autoabgasen, sondern nach Holunder- und Kastanienblüten, es ist warm wie an einem Sommermorgen, der Uhu, der manchmal ganz schön nerven kann, schuu-schuuht dein Lieblingslied ... alles ist perfekt. Und dann denkt man sich, wie eindimensional und nichtig das eigene Schreiben gegen das hier alles ist.
Und dass irgendwer seinen Job verdammt gut gemacht hat.

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