Sunday, April 15, 2007

Atomkraft schützt Klima nicht

"Atomkraft ist britischen Wissenschaftlern zufolge kein geeignetes Mittel, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen. Zunehmende politische Forderungen nach mehr Kernenergie seien irreführend und wahrscheinlich in höchstem Maße gefährlich, hieß es in dem am Montag veröffentlichten Bericht 'Energiesicherheit, zivile Atomkraft, Sicherheit und globale Erwärmung' einer Oxforder Forschergruppe. (...)"
(zitiert aus: Der Standard, Di, 27. März, Seite 6)

Wenn ich mir bedeutende geschichtliche Ereignisse in Erinnerung rufe und mich frage, bei welchen ich gerne dabei gewesen wäre, würde ich auf jeden Fall nennen: Die Mondlandung (was für ein Gefühl muss es sein, da oben zu stehen und auf die Erde und ins All zu blicken), einer der Jahrhundertkämpfe von Muhammed Ali und eine der Schlachten am Bauzaun von Wackersdorf. Ich war 14 Jahre alt, Tschernobyl war in die Luft geflogen, Caesium, Strontium, Plutonium kamen auf Besuch nach Europa, die täglichen Lügen der Politiker verursachten Durchfall der übelsten Sorte, ein dicker Landesdiktator, äh -vater, mit Vorliebe für südamerikanische Diktatoren und deren Folterknechte, machte die Grenzen zu Österreich dicht, damit keine ausländischen Akw-Chaoten nach Wackersdorf pilgern konnten, und ließ neben Autonomen und gewaltbereiten Anti-Akw-Kämpfern auch den Großteil der friedlichen Demonstranten brutal niederknüppeln.

Ich habe den Widerstand gegen die WAA in Wackersdorf gebannt im Fernsehen und in den Zeitungen verfolgt, leider hat der Triumph der Demokraten über die arrogante Staatsgewalt lange auf sich warten lassen. Aber am Ende wurde die WAA nie gebaut, und das zählt. Dass mich nach 21 Jahren die Erinnerung wieder einholt, verdanke ich der aktuellen Atomstrom-ja, bitte!-Debatte und dem Schriftsteller Klaus N. Frick, der in seinem Punk-Roman "Vielen Dank, Peter Pank" der Schlacht um Wackersdorf nicht weniger als 10 Seiten widmet. (S.79).

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