Friday, December 14, 2018

Put your fucking soul on the page


"Grind your bones into a fine powder and mix them with your blood, your silent pain, the sweat of hustling, and the memory of every tear. Grab a sharp piece of metal, dip it into that thick paste and scrawl on the walls of my heart words abut the things that piss you off, the things that makes you smile when you're alone. I don't want literary devices. I don't crave pretty prose perfected in bland workshops. I want your story. I want the screams in your head in written form. The stuff that haunts you. Aliens and brujas and scars. Lost love and revenge. Murder and ghosts. Your ancestors' deities and the dreams of your descendants. Put your fucking soul on the page and let us consume it. Everything else is inconsequential." (Gabino Iglesias, FB-Post, 14.12.2018 https://www.facebook.com/gabino.iglesias.7/posts/10161281732445046)

Thursday, November 29, 2018

Bataillon d'Amour

Die Berliner Filmproduktionsfirma https://hellingerdoll.com/ hat sich die Filmrechtsoption für "Bataillon d'Amour - Eine Geschichte von Liebe und Gewalt" gesichert. 2019 wird ein aufregendes Jahr.




Tuesday, November 20, 2018

Alone and Drinking under the Moon (Li Po)


Amongst the flowers I
am alone with my pot of wine
drinking by myself; then lifting
my cup I asked the moon
to drink with me, its reflection
and mine in the wine cup, just
the three of us; then I sigh
for the moon cannot drink,
and my shadow goes emptily along
with me never saying a word;
with no other friends here, I can
but use these two for company;
in the time of happiness, I
too must be happy with all
around me; I sit and sing
and it is as if the moon
accompanies me; then if I
dance, it is my shadow that
dances along with me; while
still not drunk, I am glad
to make the moon and my shadow
into friends, but then when
I have drunk too much, we
all part; yet these are
friends I can always count on
these who have no emotion
whatsoever; I hope that one day
we three will meet again,
deep in the Milky Way.

Tuesday, November 13, 2018

"Montevideo" von Hardy Grüne - große Vorfreude auf ein besonderes Fußballbuch

Seit ich sieben oder acht Jahre alt bin, sammle ich Fußballbücher, und noch heute freu ich mich wie ein Kind, wenn wieder etwas Besonderes auf den Markt kommt - in dem Fall "Montevideo" von Hardy Grüne. Eine kleine Vorschau (und die Bestellinfo) gibt es hier: http://www.zeitspiel-magazin.de/zeitspiel-buch-montevideo-eine-reise-ins-herz-des-fussballs.html und ich muss zugeben, dass mein Herz da wieder schneller schlägt. Wir konnten uns früher keine Auslandsreisen leisten, deshalb las ich Karl May (den ich heute aber jungen Menschen auf keinen Fall mehr empfehlen würde) und tauchte ein in die illustrierten Fußballbücher, in denen es Fotos von Stadien oder dem Leben in fernen Ländern gab (Argentinien 1978!) oder um Vereine aus Städten ging, die ich nur vom Hörensagen kannte und die ich doch so gern besucht hätte (ja, auch ins exotisch klingende Craiova wollte ich!). Leider tut so  mancher Text in alten Fußballbüchern weh. Die Verharmlosung der Diktatur in vielen Büchern (Argentinien 1978! - vielleicht wollte man es sich da nicht mit der FIFA verscherzen), die Schelte für aufmüpfige Spieler, die sich kritisch dazu äußerten usw. - das allles kann man nicht unbedingt als Sternstunde des deutschen Sportjournalismus bezeichnen. Diese Gefahr besteht bei Hardy Grüne nicht, deshalb bin ich ja auch so ein großer Fan seiner Bücher. Da gibt's pure Leidenschaft für den Sport, die man in den Bildern und Texten spürt, und gleichzeitig Hintergrundinfo, da wird auch hinterfragt, was hinterfragt gehört, da geht's auch mal dorthin, wo's richtig wehtut. 

Ich freu mich auf "Montevideo" und alle weiteren Bücher, die da noch kommen. 

Wednesday, November 7, 2018

Maschine brennt




Die Lehrer*innen in meinem Leben haben mir immer gesagt, das demokratische System sei gut, sei das beste politische System, was es gäbe auf der Welt. Ich dachte, man müsste nur ein paar Schrauben anziehen oder Teile austauschen, wenn es Probleme gäbe, aber an sich wäre das tatsächlich die beste Maschine. Heute ist mir klar, dass man sowas nur denken kann, wenn man sich in einer privilegierten Situation befindet. Es fällt einem schlichtweg nicht auf, dass das System am Arsch ist, weil es für einen selber meist zu funktionieren scheint. Bei all den Schattenseiten, die man beim Internet immer wieder beklagt: Das Gute ist, dass man sich vernetzen kann mit Aktivist*innen von denen man früher überhaupt nie etwas gehört hätte. Deren Geschichten man so gut wie nie erfahren hätte. Und wenn ich nur ein paar Beispiele aus den USA bringe, weil dort gerade die Parlamentswahlen zu Ende gegangen sind: native americans, die in manchen Regionen keine Chance haben, zu wählen, und das in dem Land, das ihnen geraubt worden ist. Systematische Unterdrückung und Rassismus. (Florida hat heute übrigens entschieden, dass Straftäter ihr Wahlrecht wieder zurückbekommen) Das irre Gefängnissystem in manchen Bundesstaaten, das privaten Firmen erlaubt, Geld zu scheffeln, wenn der Staat nur so viele wie (am einfachsten: Arme, Angehörige von Minderheiten) möglich wegen x-beliebiger Delikte lange hinter Gitter bringt. Systematische Unterdrückung und Rassismus. Polizisten, die Schwarze ermorden, die vor Gerichten freigesprochen werden, die Wegnahme von Sozialversicherungen für Arme, das FBI als Erfüllungsgehilfe der Ölmultis (auch wenn man es 100.000mal in den Medien bei uns spielt – das FBI ist nicht der leuchtende Gegenpol zum dunklen Trump und spielte und spielt eine üble Rolle bei der Unterdrückung von Minderheiten), das native-american-Aktivist*innen jagt, die nur gegen Ölpipelines einer mächtigen Firma protestiert haben und dann unfassbar hohe Haftstrafen bekommen usw usw Bitte hört auch diesen Menschen zu. Hört ihre Geschichten. Wenn das System für manche kaputt ist, ist es für uns alle kaputt. 


Ein durchgeknallter, rassistischer Präsident wird von den Konservativen getragen und die können jetzt zwei Jahre nach dessen Wahl sogar die Senatsmehrheit halten. Nach all dem Wahnsinn, den ihr Präsident von sich gegeben hat (kürzlich: Schusswaffengebrauch gegen Steine schmeißende Flüchtlinge), nach all dem, was dieser Mann bzw. seine Partei getan hat. (Kindern von den Eltern getrennt usw.) In Florida wird ein Mann im Jahr 2018 Gouverneur, der seinen schwarzen Kontrahenten öffentlich „monkey“ genannt hat. Ich habe keine Antwort, wie wir zu einem System kommen könnten, das Freiheit und Gleichheit und echte oder zumindest ein Mehr an Demokratie garantiert. Ich kann als Autor nur zeigen, wie die Opfer des angeblich besten Herrschaftsystems der Welt leiden, kämpfen, widerstehen, meistens scheitern, aber auch manchmal triumphieren. (und ich darf an der Stelle auch voller Freude schreiben, dass die Arbeiten an dem Filmprojekt „Bataillon d’Amour“ laufen; die Geschichte handelt ja auch von Menschen, die versuchen, in unserem Land zu überleben) In „Man Down“ schmuggelt der Protagonist nicht Drogen, weil er die große Kohle und Party machen will, sondern weil ihm die Umstände (aka Gesellschaft) gar keine andere Wahl lassen. Auch mein kommender Roman wird davon handeln. 

Das Bedrückende ist, dass die, die Macht und Möglichkeit hätten, Großes zu verändern, heute meist in die ganz andere Richtung gehen – zu einem Mehr an Unterdrückung, an Rassismus, an Unfreiheit und Zwiespalt und vielleicht auch bald wieder in Richtung eines großen Krieges. Aber – und ich glaube, das steht in jedem meiner fünf Romane: It ain’t over till it’s over. Also: Fight on.


Monday, October 1, 2018

Krimifest Tirol 2018


13.10. INNSBRUCK, Treibhaus, 20:00 Uhr 14.10. TERFENS, Kunstschmiede Unger, 11:00 Uhr

http://krimifest.at/

Tuesday, September 18, 2018

how bizarre, how bizarre ...



In der irren Welt der Trumps und Putins und Salvinis und Orbáns und und und gibt es manchmal diese absurden Momente, in denen man über deren Wahnsinn lachen kann. Nicaragua_2018: Die Anhänger des Ortega-Murillo-Regimes jagten am Wochenende landesweit Luftballone, die Gegner des Regimes verteilt hatte.

Saturday, September 1, 2018

Kontakt:


Foto: @Christof Zachl 

André Pilz

yotanka4 (at) yahoo.de
WhatsApp: +43 650 5657087

Saturday, August 25, 2018

Monday, July 16, 2018

Question every motherfucker, everywhere, every time!

Einige meiner FB-Freunde folgen der "Jungen Welt" und dem Portal "amerika21". Es ist mir ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass beide seit Wochen unbewusst oder (und das ist viel eher wahrscheinlich) bewusst völlig verzerrt und einseitig über die Unruhen in Nicaragua berichten. Das brutale Vorgehen des Ortega-Regimes wird zumeist kleingeredet oder geleugnet, häufig werden aus Opfern Täter gemacht und umgekehrt. Jeder, der sich ein bisschen mit dem Thema beschäftigt (es reicht auch ein Blick auf die Websites von Menschenrechtsorganisationen https://www.hrw.org/…/nicaragua-senior-officials-responsibl… und https://www.amnesty.org/…/nicaragua-represion-estatal-ha-l…/), muss nur einen Artikel lesen, um das zu erkennen. Angeblich übernimmt die "Junge Welt" Artikel sogar 1:1 von russischen Propagandamedien, was mich nicht verwundern würde.

Spannend ist nun, wenn man sich nur zwei Redakteure von amerika21 ein bisschen genauer anschaut:

Harald Neuber, Ex-Junge Welt-Redakteur, scheint oft bei "Ken FM" wie auch bei "Russia Today" oder "Rubikon" aufzutauchen. Enough said.


Eva Haule, Ex-RAF-Mitglied, hat wegen 3fachen Mordes und 23fachen versuchten Mordes eine lebenslange Haftstrafe abgesessen - das lasse ich mal unkommentiert, jeder kann sich selbst ein Bild machen: 

Von FOX oder Russia Today, von rechtem Dumpfbacken-fake-news-Verbreiten unterscheidet sich das - jedenfalls wenn es um Nicaragua geht - kein bisschen. Es ist nicht nur das rechte Rassistenpack, das diese Welt zum Einsturz bringt, es ist auch solcher Pseudojournalismus, der sich selbst sogar für ein Gegengewicht zur rechten Welle, zum Imperialismus, zum Kapitalismus hält, dem in Wahrheit aber Menschen und Fakten scheißegal sind, diesen Leuten geht Ideologie und alter Hass über alles. Sie verteidigen einen autoritären Führer, der wie Amnesty, Human Rights Watch, Kirchenvertreter, Zeugen usw. seit Wochen dokumentieren und erzählen, Menschen ermorden und foltern lässt, während sie mit Verachtung etwa über die arme, indigene Bevölkerung von Masaya, die sich tapfer gegen die Aggressoren wehrt, ihr Urteil fällt. Dabei gäbe es ja auch Kritisches über die Gegner Ortegas zu berichten. Wie bei jedem Aufstand ist diese Gruppe ja nicht homogen oder frei von Widersprüchen. Dass Junge Welt und Amerika 21 genau das nicht tun, sondern plumpe Propaganda verbreitet, zeigt ja auch, dass sie weder Hintergrundwissen noch Kontakte zur Zivilbevölkerung haben.
Ich halte es mit Little Steven: "Question every motherfucker, everywhere, every time!" - egal, mit welchem Label sich Newsportale schmücken.


PS: Ergänzend noch ein Post von RT 2015 - da wird gar kein Hehl darüber gemacht, dass man mit amerika21 zusammenarbeitet:


Thursday, June 28, 2018

Krimifest 2018 Tirol

13. Oktober 2018: Innsbruck, Treibhaus, 20:00 Uhr
14. Oktober 2018: Terfens, Kunstschmiede Unger, 11:00 Uhr

http://krimifest.at/speakers/andre-pilz/

Saturday, March 10, 2018

Der Autor und der Rassismus

Ich bin in den 1970ern aufgewachsen, ich bin auf dem Land aufgewachsen, und ja, das war eine Gesellschaft, die teilweise von Antisemitismus, Rassismus und Sexismus nur so triefte. Ich selber habe mich bequem durch diese Zeit manövrieren können, weil ich erstens natürlich nicht Zielscheibe dieses Hasses war und zweitens in meiner Familie und in meinem Freundeskreis überwiegend eine stramme Anti-Haltung  gegenüber diesen Einstellungen gab. Mein Cousin und ich nahmen schon als Kinder Tonbänder auf, in denen wir uns u.a. über solche Menschen lustig machten, die in unseren Augen nichts anderes als depperte Trottel waren. Erst in letzter Zeit ist mir klar geworden, dass man auch unbewusst Bilder, Stereotype aufnimmt, dass selbst wenn man sie ablehnen mag oder sogar ganz fest glaubt, sie abzulehnen, diese einen formen, und dass es Anstrengung und Konzentration braucht, zu erkennen, dass man selbst Vorstellungen in sich trägt, die schlicht und einfach voller Vorurteile sind, vielleicht sogar rassistisch. Ich versuche mich auch als Autor zu hinterfragen und herauszufinden, wo ich selber Fehler gemacht habe, wo ich in Zukunft besser arbeiten kann. Ich bin sehr dankbar, dass unter den Menschen, mit denen ich zu tun habe, die mir nahestehen, die ich liebe, Menschen verschiedener Länder, Kulturen, Religionen, Hautfarben sind, dass sie mir auf eine Art die Augen geöffnet haben, wie es ohne sie nie geschehen wäre. Es ist mir auch ein großes Anliegen, bei der Verfilmung des Anatolischen Panthers ein Augenmerk darauf zu legen, zu mahnen, dass die Roma in der Geschichte mit nötigem Respekt und mit nötiger Vorsicht gezeichnet werden. Früher habe ich oft hinausposaunt, dass ich mich nicht um Political Correctness scheren würde. Heute kommt mir so eine Aussage weder rebellisch noch wild, sondern einfach nur noch kindisch und dumm vor. Ich habe mich vom ersten Tag an, als ich zu schreiben begonnen habe, als einen gesehen, der für die da unten schreibt, für die da unten kämpft, und immer nach oben tritt. Und die, die Political Correctness schützt (über das Ausmaß kann man diskutieren, natürlich gibt es keinen festen, klar definierten Rahmen), sind so meistens die, die eh schon unten stehen oder benachteiligt werden.



http://www.belltower.news/artikel/mehr-empörung-über-antiziganismus-im-film-13435

Tuesday, March 6, 2018

Six Four von Hideo Yokoyama


Wenn der große David Peace behauptet, Six Four sei einer der besten Kriminalromane, die er je gelesen habe, dann muss ich das Buch natürlich lesen. Und ich bin so froh, dass ich mich von den miesen Kritiken nicht abschrecken habe lassen. Vergesst die goodreads-Bewertung (derzeit: unter 3.40!), vergesst die vielen miesen Reviews, das ist ein ganz starkes Buch. Wer Fitzek liebt, soll Fitzek lesen. Wer Serien wie House of Cards liebt, liegt mit der Lektüre wahrscheinlich eher richtig.

Sunday, December 24, 2017

A Break from Insanity

Aufs Christkind wartet man brav oder gar nicht. Das ist schon seit fünf- oder sechstausend Jahren so.

Saturday, December 23, 2017

Nordkette


Als Kind und Teenager haben meine Eltern mich und meine Geschwister oft in die Berge mitgenommen. Und bis heute ist da diese Sehnsucht geblieben, wannimmer ich im Tal festsitze. Mein Lieblingsbuch über das Bergsteigen: Jon Krakauer, Into Thin Air (In eisige Höhen).

Und ein DVD-Tipp dazu über die Feiertage: Meru, 2015

http://www.imdb.com/title/tt2545428/?ref_=nv_sr_1


Monday, December 18, 2017

Punschkrapfen 2017

Nicht Jörg Haider, Thomas Bernhard hat euch nicht belogen.
Alles, was er über Österreich sagte, ist wahr.

Saturday, December 9, 2017

Radikal

30-Stunden-Blitzwinter. Und die Rohfassung des neuen Romans ist im Kasten. Es gibt bei Gott schlimmere Tage.

Friday, December 1, 2017

30 Jahre Guns n' Roses' "Appetite for Destruction"

Vor 30 Jahren kaufte ich mir eine LP, die mich gleich beim ersten Hören aus den Schuhen schmiss, die ich danach für Wochen so oft rauf- und runterspielte, dass sie kaputtging und ich mir Ersatz kaufen musste. 

Guns n‘ Roses‘„Appetite for Destruction“ ist einer meiner absoluten Lieblingsrockalben meiner Jugend. Ich war 15 damals, man wagte nicht, die Mädchen im Schulhof anzusprechen, also träumte man von ihnen, träumte davon, cooler als cool zu sein, und das tat man am besten, wenn man laute Musik hörte. Nix für mich als Teenager war wichtiger als Musik, die Musik war alles. Ein Klassenkamerad besorgte mir ein T-Shirt der Band in den USA, und ich trug das voller stolz, aber keiner hierzulande kannte die Band. Keiner? Als ich von der Schule durch die Kirchstraße in Bregenz zur Bushaltestelle ging, schrie ein langhaariger, zwei Köpfe größerer Typ mit unzähligen Aufnähern auf seiner Jeansjacke auf, lief mir hinterher und brüllte: „WOW! GUNS N‘ ROSES! JA, LECK MICH AM ARSCH! SO GEIL! SO GEIL! GUNS N‘ ROSES! HA! HA! HA!“ Ich hörte den noch vor Freude lachen, als ich bereits am Bahnhof war.
Auf der Geburtstagsparty meines besten Freundes legte ich „I think about You“ auf den Plattenteller, aber ich wurde sofort verscheucht und die Platte wurde vom Plattenspieler genommen. Österreich war 1987 noch nicht bereit für die Band. 


Die Band erlebte dann in den USA einen Triumphzug, aber es dauerte noch einige Zeit, ehe sie auch in Europa groß wurde. Ich habe Guns n’ Roses' restliche Alben nicht mehr gemocht. Von ihrem „Knocking on Heaven’s Door“-Cover bekomme ich heute noch jedes Mal Ausschlag. und Schreikrämpfe. Nein, diese Aggression und Kraft von „Appetite for Destruction“ hat die Band nie wieder erreicht, vielleicht auch, weil man irgendwann mal kaputtgehen muss, wenn man sich zuviel einschmeißt und zuviel säuft. Auch kotzte mich ihr rassistischer und homophober Song „One in a Million“ an (gibt es eigentlich überhaupt einen schlimmeren Text von einer bekannten Rockband in der ganzen Musikgeschichte?), aber außer den Red Hot Chili Peppers, die die Band danach öffentlich beschimpften, schien das damals kaum wen zu kratzen. 


Ich habe heute noch ein nur einmal bespieltes Exemplar der LP – mit dem ursprünglichen, später verbotenen Cover. Und noch heute kenne ich jeden verdammten Ton und jedes Wort, das Axl kreischt. 30 verdammte Jahre also ... ️Long live Rock 'n' Roll! 🎸😈

Tuesday, November 28, 2017

Kathy Acker

Kathy Acker war manchmal wie Bad Brains Anfang der 1980er auf der Bühne - laut, schnell, verstörend, pure Energie, eine Kraft, die einem den Atem raubte, die einen erfüllte mit Lebenswut, ja, die einen so verdammt lebendig fühlen ließ. Ich empfehle nicht einmal ihre Bücher, weil sie teilweise unleserlich sind, ich sage nur, Ausschnitte aus ihren Texten hatten großen Einfluss auf meinen ersten Roman, weil kein Mann, keiner der Säufer, Großmäuler und Weiberhelden, je so radikal geschrieben hat wie diese Frau. Und was bräuchten wir solche Schriftstellerinnen und Schriftsteller in diesen Zeiten, wie sehr fehlen sie uns! Schön, dass der Standard ihrer gedenkt.

http://derstandard.at/2000068418774/US-Autorin-Kathy-Acker-Bis-ueber-die-Schmerzgrenze-hinaus?ref=article

Tuesday, November 21, 2017

Als ich zu schreiben begonnen habe, verstand ich mich - mit ein bisschen Größenwahn und großer Klappe - als Antwort auf die Lit-Popper Benjamin Stuckrad-Barre und Christian Kracht. Hatte keine Lust auf Cabrio-Fahrer auf Sylt und Lieder von Oasis, wollte lieber Krach von Bad Brains und Geschichten über Hartz-IV-Empfänger Doogie von der Südtribüne. Ja, genau so ein Typ mit Eintracht-Frankfurt-Aufnähern auf der Jeansjacke, über den sich Kracht in Faserland lustig machte, weil ich genau so eine Jacke damals hatte.

Habe jetzt aber kürzlich Benjamin Stuckrad-Barres Panikherz als Hörbuch auf einer langen Zugfahrt reingezogen und fand es sehr unterhaltsam. Und wie ich so an meine Anfänge erinnert wurde, ist mir klar geworden, dass ich immer viel riskieren wollte - mit jedem neuen Roman. Aber dieses Risiko birgt auch die Gefahr in sich, dass man Fehler macht, dass man auf die Schnauze fällt. Und ich habe Fehler gemacht, manche wurden mir früher bewusst, andere später.

Würde ich die Zeit zurückdrehen wollen deswegen? Nein. Würde ich Dinge anders machen, wenn ich könnte? Klar. Werde ich aus Fehler lernen? Ich hoffe. Und weil das Lernen oft auch Spaß macht, wiegt es manchmal den Ärger über sich selber auf, den man verspürt, wenn man draufkommt, dass man etwas falsch gemacht hat.