Saturday, December 9, 2017

Radikal

30-Stunden-Blitzwinter. Und die Rohfassung des neuen Romans ist im Kasten. Es gibt bei Gott schlimmere Tage.

Tuesday, December 5, 2017

Kontakt:


Foto: @Christof Zachl 

André Pilz

yotanka4 (at) yahoo.de
WhatsApp: +43 650 3209463

Friday, December 1, 2017

30 Jahre Guns n' Roses' "Appetite for Destruction"

Vor 30 Jahren kaufte ich mir eine LP, die mich gleich beim ersten Hören aus den Schuhen schmiss, die ich danach für Wochen so oft rauf- und runterspielte, dass sie kaputtging und ich mir Ersatz kaufen musste. 

Guns n‘ Roses‘„Appetite for Destruction“ ist einer meiner absoluten Lieblingsrockalben meiner Jugend. Ich war 15 damals, man wagte nicht, die Mädchen im Schulhof anzusprechen, also träumte man von ihnen, träumte davon, cooler als cool zu sein, und das tat man am besten, wenn man laute Musik hörte. Nix für mich als Teenager war wichtiger als Musik, die Musik war alles. Ein Klassenkamerad besorgte mir ein T-Shirt der Band in den USA, und ich trug das voller stolz, aber keiner hierzulande kannte die Band. Keiner? Als ich von der Schule durch die Kirchstraße in Bregenz zur Bushaltestelle ging, schrie ein langhaariger, zwei Köpfe größerer Typ mit unzähligen Aufnähern auf seiner Jeansjacke auf, lief mir hinterher und brüllte: „WOW! GUNS N‘ ROSES! JA, LECK MICH AM ARSCH! SO GEIL! SO GEIL! GUNS N‘ ROSES! HA! HA! HA!“ Ich hörte den noch vor Freude lachen, als ich bereits am Bahnhof war.
Auf der Geburtstagsparty meines besten Freundes legte ich „I think about You“ auf den Plattenteller, aber ich wurde sofort verscheucht und die Platte wurde vom Plattenspieler genommen. Österreich war 1987 noch nicht bereit für die Band. 


Die Band erlebte dann in den USA einen Triumphzug, aber es dauerte noch einige Zeit, ehe sie auch in Europa groß wurde. Ich habe Guns n’ Roses' restliche Alben nicht mehr gemocht. Von ihrem „Knocking on Heaven’s Door“-Cover bekomme ich heute noch jedes Mal Ausschlag. und Schreikrämpfe. Nein, diese Aggression und Kraft von „Appetite for Destruction“ hat die Band nie wieder erreicht, vielleicht auch, weil man irgendwann mal kaputtgehen muss, wenn man sich zuviel einschmeißt und zuviel säuft. Auch kotzte mich ihr rassistischer und homophober Song „One in a Million“ an (gibt es eigentlich überhaupt einen schlimmeren Text von einer bekannten Rockband in der ganzen Musikgeschichte?), aber außer den Red Hot Chili Peppers, die die Band danach öffentlich beschimpften, schien das damals kaum wen zu kratzen. 


Ich habe heute noch ein nur einmal bespieltes Exemplar der LP – mit dem ursprünglichen, später verbotenen Cover. Und noch heute kenne ich jeden verdammten Ton und jedes Wort, das Axl kreischt. 30 verdammte Jahre also ... ️Long live Rock 'n' Roll! 🎸😈

Tuesday, November 28, 2017

Kathy Acker

Kathy Acker war manchmal wie Bad Brains Anfang der 1980er auf der Bühne - laut, schnell, verstörend, pure Energie, eine Kraft, die einem den Atem raubte, die einen erfüllte mit Lebenswut, ja, die einen so verdammt lebendig fühlen ließ. Ich empfehle nicht einmal ihre Bücher, weil sie teilweise unleserlich sind, ich sage nur, Ausschnitte aus ihren Texten hatten großen Einfluss auf meinen ersten Roman, weil kein Mann, keiner der Säufer, Großmäuler und Weiberhelden, je so radikal geschrieben hat wie diese Frau. Und was bräuchten wir solche Schriftstellerinnen und Schriftsteller in diesen Zeiten, wie sehr fehlen sie uns! Schön, dass der Standard ihrer gedenkt.

http://derstandard.at/2000068418774/US-Autorin-Kathy-Acker-Bis-ueber-die-Schmerzgrenze-hinaus?ref=article

Tuesday, November 21, 2017

Als ich zu schreiben begonnen habe, verstand ich mich - mit ein bisschen Größenwahn und großer Klappe - als Antwort auf die Lit-Popper Benjamin Stuckrad-Barre und Christian Kracht. Hatte keine Lust auf Cabrio-Fahrer auf Sylt und Lieder von Oasis, wollte lieber Krach von Bad Brains und Geschichten über Hartz-IV-Empfänger Doogie von der Südtribüne. Ja, genau so ein Typ mit Eintracht-Frankfurt-Aufnähern auf der Jeansjacke, über den sich Kracht in Faserland lustig machte, weil ich genau so eine Jacke damals hatte.

Habe jetzt aber kürzlich Benjamin Stuckrad-Barres Panikherz als Hörbuch auf einer langen Zugfahrt reingezogen und fand es sehr unterhaltsam. Und wie ich so an meine Anfänge erinnert wurde, ist mir klar geworden, dass ich immer viel riskieren wollte - mit jedem neuen Roman. Aber dieses Risiko birgt auch die Gefahr in sich, dass man Fehler macht, dass man auf die Schnauze fällt. Und ich habe Fehler gemacht, manche wurden mir früher bewusst, andere später.

Würde ich die Zeit zurückdrehen wollen deswegen? Nein. Würde ich Dinge anders machen, wenn ich könnte? Klar. Werde ich aus Fehler lernen? Ich hoffe. Und weil das Lernen oft auch Spaß macht, wiegt es manchmal den Ärger über sich selber auf, den man verspürt, wenn man draufkommt, dass man etwas falsch gemacht hat.

Monday, November 13, 2017

Von Slayer bis Howlin' Wolf ...


von Igorrr bis Big Mama Thornton, das Wunderbare am Schreiben ist, dass man so viel Musik hören kann, seine Musik hören kann. Gerne würde ich mich ja bei jeder Künstlerin, bei jedem Künstler persönlich bedanken für die Inspiration, für den Kraftstoff, für die tägliche Droge.

Music is your only friend
until the end
until the end
until the end!

PS: Was das Foto angeht: Alles gut, ich liebe den Herbst, je nebliger, je regnerischer, desto besser.


Wednesday, October 25, 2017

Der Eklat in Frankfurt und die Kommentare im Netz

Foto: Kulturlabor Stromboli, Hall in Tirol 

Wie wär's denn, wenn in den nächsten vier Wochen einmal nur noch Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe, Menschen, die nicht hetero sind, Menschen, die eine andere Religion als die Mehrheit haben, oder Menschen, die sich für diese eben genannten einsetzen, darüber schreiben, ob und wie laut man gegen Rassisten und Rechte auftreten soll. Wir anderen sind nämlich selten bis gar nicht Zielscheibe der braunen Garden, bombardieren aber seit dem Eklat bei der Buchmesse in Frankfurt das Netz mit Kommentaren, in denen wir bestimmen wollen, was gut und richtig ist.

Tuesday, September 26, 2017

Kulturlabor Stromboli


Foto: https://www.facebook.com/kulturlaborstromboli.at

Danke an das liebe Team vom Kulturzentrum Stromboli, danke an Hr. Dr. Lechleitner, danke an den Freundeskreis Flüchtlingsheim Kleinvolderberg für die Lesung und ihr tolles Engagement. Ich möchte an anderer Stelle dazu noch etwas schreiben. Ich war extrem müde letzte Woche, sehr erschöpft, viel Ärger, viel Stress, aber irgendwann wird (hoffentlich) alles gut.

Tuesday, September 19, 2017

Lesung in Hall in Tirol, Stromboli, Donnerstag, 21. September 2017


Einem himmlischen Buffet folgt ein teuflischer, anatolischer Panther
Buffet aus dem Flüchtlingsheim Kleinvolderberg - Lesung mit André Pilz
in Kooperation mit dem Freundeskreis Flüchtlingsheim Kleinvolderberg
Asylsuchende aus dem Flüchtlingsheim Kleinvolderberg  heben BesucherInnen mit einem Buffet in den siebten Himmel. Anschließend wird André Pilz die BesucherInnen jedoch mit seiner Lesung auf (wenn nicht gar unter) den Boden der Realität bringen.

Sein Buch "Der anatolische Panther" spielt in München im Jahr 2015. Tausende von Asylsuchende zog es damals in die Stadt. Es handelt von einem kleinkriminellen anatolischen Panther - einem Underdog, von Drogendealern und Hasspredigern. Es ist Liebesgeschichte und Kriminalroman.


Ein Underdog in Schwierigkeiten und der Hassprediger von nebenan.
Heftig, ehrlich und ohne Tabus: André Pilz begleitet den türkischen Kleinkriminellen Tarik, einen  sympathischen Underdog, auf einer atemlosen Verfolgungsjagd. Und erzählt gleichzeitig eine berührende  Geschichte von Angst, Hoffnung und dem Kampf um die eigene Zukunft. Schonungslos direkt und zugleich unglaublich einfühlsam, in einer einzigartig knappen und harten Sprache erzählt er von seinen Figuren. Tarik hat ein gutes Herz, auch wenn er alles andere als ein mustergültiges Leben führt. Umso mehr fiebert man mit, als er sich auf den Deal mit der Polizei einlässt, den Derwisch ausspioniert und schließlich zwei Verfolger ihm auf den Fersen sind.


"Bei Pilz werden, ganz unten, keine Scheinprobleme abgehandelt. Sondern existenzielle: Reicht das Geld bis zum Monatsende? Wie physisch überleben, morgen, übermorgen, wenn die Gesellschaft einen als unnütz ausgespuckt hat?" (der Standard). Ein Schicksal, mit dem auch Asylsuchende sich regelmäßig konfrontiert sehen.

Ab 19.00 Uhr Buffet von den BewohnerInnen vom Flüchtlingsheim Kleinvolderberg. Gegen freiwillige Spenden kann sich jede/r satt essen.


Text von www.stromboli.at http://www.stromboli.at/index.php/programmuebersicht/programm/spielplan/383-do-21-09-17-19-00-andre-pilz-der-anatolische-panther


Friday, September 8, 2017

I'll be there


Die nächsten Lesungen:

Donnerstag, 21. September, in A-Hall in Tirol - Lesung in Kooperation mit dem Freundeskreis Flüchtlingsheim Kleinvolderberg, ab 19 Uhr Buffet, ab 20 Uhr Lesung

https://www.hall-wattens.at/de/hall-in-tirol/events/andr-pilz.html

Samstag, 30. September, in A-Krems/Donaus (Mitteransdorf) - Lesung im Rahmen des Literaturhauses Niederösterreich

http://www.literaturhausnoe.at/veranstaltungen/2017_wehrkirchen.php

Mittwoch, 11. Oktober, 20 Uhr, A-Hohenems - Lesung im Visionscafé 








Thursday, August 24, 2017

Man Down als Taschenbuch


Für 12,95 Euro gibt es nun "Man Down" auch als Taschenbuch im Buchhandel. Das freut mich, weil "Man Down" bis heute mein persönlicher Favorit ist, müsste ich einen meiner eigenen Romane als Liebling wählen.

http://magazin.haymonverlag.at/2017/08/02/in-den-naechten-da-traeumte-ich-zu-fallen-der-kultroman-man-down-leseprobe/

Am 21. September lese ich in Hall in Tirol, am 31. in Krems/NÖ und im Oktober in Hohenems aus meinem aktuellen Roman "Der Anatolische Panther".


Saturday, August 12, 2017

Lesung in Hall in Tirol - 21. September 2017

Der anatolische Panther

Lesung in Kooperation mit dem Freundeskreis Flüchtlingsheim Kleinvolderberg

Ab 19.00 Uhr Buffet von den BewohnerInnen vom Flüchtlingsheim Kleinvolderberg. Gegen freiwillige Spenden kann sich jede/r satt essen.

Eintritt: freiwillige Spenden

Wann?

21.09.2017
Do, 20:00 Uhr

Wo?

Stromboli
Hall in Tirol
Stromboli
Frau Julia Mumelter
Krippgasse 11
6060 Hall in Tirol
kulturlabor@stromboli.at
www.stromboli.at
T (0043) 5223 45111


http://www.hall-wattens.at/de/hall-in-tirol/events/andr-pilz.html

Friday, August 11, 2017

Nuke'em


Der irre Diktator von Nordkorea und der gotterbärmliche Clown im Weißen Haus machen mich weniger wütend, als die Rechtskonservativen, die auch bei uns, den Mad Man, den American Psycho und Rassisten in den USA herbeigeschrieben und -gesehnt haben. Möge der Fallout auch sie erreichen, sollten die Nuklearbomben wirklich fallen. #Tichy #Dushan #Douchebag Wegner #IchselbsthätteTrumpgewählt


Thursday, July 27, 2017

Widerstand


Das neue Skript hat nittlerweile 233 Seiten. Ich habe zwei wahre Geschichten genommen, die mich lange verfolgt haben, habe mich in sie verbissen, um etwas Neues daraus zu machen. Eine der beiden Geschichten ist die Story eines Mannes aus Eritrea, der nie etwas Schlimmes in seinem Leben gemacht zu haben scheint, und am Ende doch von einem Staat als Verbrecher gebrandmarkt und schließlich grausam ermordet wird. Ich habe mich lange dagegen gewehrt, diese wahre Story in einem Roman einfließen zu lassen, aber irgendwann war mir klar - ich muss das tun, ich habe keine Wahl.

Die White Walkers marschieren und wer sich nicht gegen sie stellt, der wird am Ende einer von ihnen.


Friday, June 16, 2017

Maga

Foto: Camila Torres, https://www.instagram.com/cami00rene/

Vor ca. 15 Jahren habe ich meinen ersten Roman "No llores, mi querida - Weine nicht, mein Schatz" geschrieben, im März 2005 ist er in Berlin veröffentlicht worden (Klaus Farin war der erste Mensch, der je ein Skript von mir gelesen hat) - und heute noch tauchen immer wieder neue Rezensionen auf Blogs, in Foren usw auf. Das ist schon etwas Besonderes, finde ich, das macht mich ein bisschen stolz. 

Hier die Kritik: https://wortmagieblog.wordpress.com/2017/06/15/andre-pilz-no-llores-mi-querida-weine-nicht-mein-schatz/

U.a. hier bestellbar: http://shop.jugendkulturen.de/publikationen-des-archivs/36-weine-nicht-mein-schatz.html





Wednesday, May 3, 2017

Ein Gefühl von Benachteiligung

Der Schriftsteller Selim Özdogan (aktueller Roman: Wieso Heimat, ich wohne zur Miete) erwähnt "Man Down" und "Der Anatolische Panther" in einem Interview mit dem Deutschlandradio zum Referendum in der Türkei. Gerade weil mein Ich-Erzähler im "Anatolischen Panther" türkischstämmig ist, ist das für mich etwas Besonderes. Zitat: "... oder in Anatolischer Panther, wo wir einen türkischen Ich-Erzähler haben, geschrieben von einem Deutschösterreicher, André Pilz, aber sehr glaubwürdig, ich glaube nicht, dass es irgendetwas Vergleichbares gibt, wo ich das als glaubwürdig und echt empfunden hätte."

http://www.deutschlandradiokultur.de/selim-oezdogan-ueber-deutsch-tuerken-ein-gefuehl-von.1270.de.html?dram%3Aarticle_id=384095

Tuesday, May 2, 2017

Yes, It's Genocide!

Foto: Thomas Bauer, https://www.facebook.com/thomas.bauer.1800?fref=ts

Raub und Völkermord 2017, vom Staat, von Firmen und Banken unterstützt, aber hey, Terroristen sind immer die anderen. Wenigstens wird das Schlachten in Brasilien endlich auch in den heimischen Nachrichtenportalen thematisiert:

http://orf.at/stories/2389643/2389649/

Ich empfehle zu dem Thema ganz dringend den Film von Thomas Bauer - "Soja: der fleischgewordene Wahnsinn":

https://www.youtube.com/watch?v=UREhXvlaYxc

Aktuelle Neuigkeiten von Thomas Bauer aus Brasilien auch laufend auf Facebook:

https://www.facebook.com/pirama.nachdenkzeit/?pnref=lhc

Oder seinem Blog:

https://tbauerblog.wordpress.com/2017/04/21/massaker-in-mato-grosso/

Bald mehr zu dem Thema. 

Saturday, April 29, 2017

Wenn das Leben in Giesing ein Bastard ist (Alexander Kluy)

"(setzt Pilz) ... alles auf eine Karte. Und bringt derart lebensecht abgelauschte, perfekt getaktete Dialoge zu Papier, dass es schier staunenswert ist. Pilz gibt jeder Figur einen anderen Tonfall, als hätte er in seinem Leben nichts anderes gemacht. Das Tempo stimmt, die Dramaturgie, die Charaktere. Donald Westlake, rutsch rüber! Don Winslow, kusch!" (Alexander Kluy in: Der Standard, Samstag/Sonntagausgabe vom 29.04.2017)

Von keinem Geringeren als Alexander Kluy dermaßen gelobt zu werden - wow!

http://derstandard.at/2000056726684/Der-anatolische-Panther-Wenn-das-Leben-in-Giesing-ein-Bastard 

Saturday, March 18, 2017

It ain't over til it's over

Seit Brexit und Trump erklären mir Leute Tag für Tag, die EU sei tot, aber bis heute habe ich nirgends ihr Grab gesehen. Neurechte haben sich angepieselt vor Freude nach Trumps Sieg und gemeint, der Mann sei der Turbo Boost für Europas Rechtspopulisten, und nun könnte sich die Hoffnung bewahren, er sei - vorerst - eher das Gegenteil. Wer 24 Millionen Menschen die Krankenversicherung klaut, wer Menschen abschiebt, die auf Seite der US-Armee gegen die Taliban kämpften und sie somit Folter und Tod aussetzt, der ist genau das, was sie der Gegenseite ständig vorwerfen: ein Volksverräter. Gestern die Niederlande und morgen Frankreich und Österreich. Schließt die Reihen, denn it ain't over til it's over!